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Liebe Landschildkrötenfreunde,

leider werden immer noch viel zu oft Käufer von Schildkröten falsch beraten, oder erhalten durch
längst überholte Litaratur immer wieder falsche und veraltete Haltungsbeschreibungen. 
Durch diese Verbreitung falscher und veralteter Informationen sterben viele Schildkröten jedes
Jahr einen langen, und leisen Tod in unseren Wohnzimmern. 
Aus diesem Grund haben wir hier und auf den weiteren Seiten versucht,
unsere Schildkrötenhaltung etwas näher zu beschreiben.

Wir haben versucht, Tips und Tricks einfliesen zu lassen und die wichtigsten Informationen
 über die artgerechte Haltung etwas zusammen zu tragen.
     
Grundsatz:    
 Schildkröten sind in der Natur wild lebende Reptilien, also Wildtiere die wir versuchen,
 als Haustier zu halten. http://www.schildkroetengarten.de/A-Sager.html
Bei der Haltung von Wildtieren müssen einige Faktoren besonders beachten werden.

Europäische Landschildkröten
Testudo hermani hermani, Testudo hermani boettgeri, Testudo graeca ibera,
Testudo marginata, T. horsfieldii

In welchen Ländern kommen Europäische Landschildkröten vor ?
 Mediterane Vertreter z.B. in Griechenland, ehem. Jugoslawien,
Bulgarien, Rumänien, Türkei, Italien, Frankreich, Spanien usw.

Da sich die Haltung von Steppenschildkröte T.horsfieldii in einigen Punkten
gegenüber der Haltung von  mediteranen Landschildkröten unterscheidet,
findet man unter Haltungsinfos T.horsfieldii einen eigenen Bericht.

Wo bzw. wie leben die Schildkröten in ihren Habitaten:
 Die Tiere leben in sehr unterschiedlichen Habitaten,
sie leben in lichten Waldgebieten, Macchien oder Dünenlandschaften.
Jungtiere leben in Ihrer Umgebung sehr versteckt, denn sie sind der ständigen Gefahr
ausgestetz, von anderen Tieren gefressen zu werden.
 Schildkröten sind vorzugsweise in den Vormittags und Nachmittags bzw.
wieder in den Abendstunden unterwegs.
 Ihre Vorzugstemperatur liegt ca.bei 30 C°
 In der heißen Jahreszeit ziehen sie sich daher während der glühenden Mittagsonne
 in ihre kühleren Verstecke zurück.
Tau, Regen, Kälteperioden etc. gehören ebenfalls zu ihrem Leben wie die Sonne und die warmen mediteranen Temperaturen. 
Reichlich Futter gibt es im Habitat nicht immer, nur im Frühjahr und im Spätsommer
 (Herbst) gibt es frisches Grün in Hülle und Fülle.
Zwischendurch, je nach Verbreitungsgebiet, müssen sich die Schildkröten durch die dauerhafte Trockenheit mit mageren, vertrockneten
Kräutern zufrieden geben. Nicht selten begeben sich die Schildkröten wärend dieser Zeit in eine Art Sommerruhe, verminderte Aktivität.
Mit den abnehmenden Sonnenstunden bzw. den immer geringer werdenden Temperaturen, dem Sonnenstand, bereiten sich die
Schildkröten auf den kommenden Winter vor. Das Fressen wird langsam reduziert und später ganz eingestellt. Die Schildkröten
vergaben sich mehr und mehr in ihren Unterschlüpfen, bis sie gar nicht mehr heraus kommen.
 Die Überwinterrung dauert je nach Verbreitungsgebiet, Dauer und Intensität des Winters ca. 2 - 4 Monate.
 Nach Erwachen aus der Winterruhe geht es ziemlich schnell auf Partnersuche, männliche Tiere legen dabei weit größere Strecken zurück als die Weibchen.
    Weibliche Tiere legen nach erfolgter Paarung ca. im Mai ihr erstes Gelege, weitere Gelege können im Abstand von ca. 3-4 Wochen folgen.
Die Eier werden an geeigneten, ausgesuchten Stellen vergraben, die Jungtiere arbeiten sich nach erfolgter Bebrütung,
 erfolgreicher Befreiung aus dem Ei, nach oben an das Tageslicht, und sind sofort vollkommen selbstständig, Schildkröten betreiben keine Brutpflege.     


Biotop
 Natürliches Habitat europäischer Landschildkröten in Griechenland       Bild: Annemarie Winter
Biotop
Natürliches Habitat europäischer Landschildkröten in Griechenland             Bild: Annemarie Winter
  

Wie sollten europäische Landschildkröten untergebracht sein:
Europäische Landschildkröten sollten auf alle Fälle ein
ausbruchsicheres Gartengehege mit beheizbaren Frühbeet (Gewächshaus) zur Verfügung stehen. Bei Jungtieren bis ca. 300g
sollte das Gehege gegen Fressfeinde (Raben/Elstern etc.) mittels einem Netz oder Gitter zusätzlich gesichert werden.

Bezüglich der Abdeckung kann man sehr erfinderisch werden, ich bevorzuge es allerdings, das Gehege betreten zu können.
Daher habe ich ich einen Holzrahmen aus herkömmlichen Dachlatten zusammengeschraubt. Den Rahmen habe ich mit einem Gitter,
welches man in jedem Baumarkt zum einarbeiten in einen Estrich bekommt, bespannt. Das man den Rahmen öffnen kann, habe ich ihn an
einer weiteren Dachlatte mittels zwei Schanieren befestigt (siehe Bild) unten.  
Gehege für größere Schildkröten können auch gut mit Netzen gesichert werden.

AbdeckungTm_GehegeBefestigung



Info

Frühbeet ?  
Info

Aus Erfahrung kann ich, wie viele andere erfahrene Schildkrötenhalter auch, von Anfang an, nur zu einem richtigen Frühbeete mit mind.
10mm besser 16mm starken Stegdoppelplatten raten. Die meisten Frühbeete in geringeren Ausführungen halten zum einen nur wenige Jahre,
und zum anderen können sie die Wärme nicht ausreichend halten. Wenn man also bedenkt, das man alle 1 - 2 Jahren ein neues 4 mm Frühbeet braucht,
man enorme Heizkosten damit in Kauf nehmen muß, hat sich der Preis für ein gutes Frühbeet schnell wieder amotisiert.
Ein Frühbeet für Schildkröten sollte im besten Fall so ausgerichtet sein, dass es den ganzen Tag volle Sonne hat.
 Um die Wärme besser halten zu können, um das Frübeet vor absinken zu schützen,
 und um den Tieren einen Ein/Ausgang schaffen zu können ist meist ein Unterbau und ein Fundament für das Frühbeet notwendig.
Ein Fundament kann profimäßig betoniert, als Unterbau und Fundament, bzw. 0,80 - 100m tief z.B. auch als Überwinterrungsgrube genützt werden.

Es gibt aber noch viele weitere Methoden um ein Fundament zu erstellen. Und man muß dazu nicht unbedingt immer gleich der beste Betonierer sein.
Man kann z.B. Rasenkantensteine oder einen Kellerlichtschacht in die Erde einlassen und daruf ein Holzrahmen, verkleidet mit Teichfolie stellen.
In einen Holzunterbau ist z.B. relativ schnell  eine Türe eingebaut, mehr zum findet Ihr aber hier Frühbeetbau.
    
Da sich ein gutes Frühbeet vorzugsweise aus UV durchlässigen ®Alltop Material, sehr rasch erwärmt,
 ist es notwendig den Deckel über einen automatischen Fensterheber öffnen zu lassen.
 Die sich darin befindlichen Schildkröten sind somit vor Überhitzung geschützt.
In den Hochsommermonaten kann es aber zusätzlich notwendig werden, das Frühbeet extra zu beschatten.
Da Schildkröten gerne bei steigender Hitze ihre gewohnten Schlafplätze z.B. auch die im Frühbeet aufsuchen,
kann dies sonst auch mit automatischen Öffner zur tötlichen Falle werden.   

Wie beheize ich ein Frühbeet und warum:
 Ein Frühbeet wird z.B. mit einem Elstein Dunkelstrahler o.ä., gesteuert
über einen sogenannten Thermotimer oder anderen Thermostaten geheizt. Die Nachttemperaturen sollten bei europäischen Landschildkröten
 nicht dauerhaft unter ca. 12 C° fallen. Dauerhaft zu kalt gehaltene Tiere
 stellen sich sonst z.B. im Herbst zu früh auf die Winterruhe ein oder bekommen frühzeitig
gesundheitliche Probleme (wie z.B. Nierenprobleme). Schildkröten können mit
einem beheizbaren Frühbeet von Anfang März bis zur Winterruhe im Freiland bleiben, eine naturnahe
Ein- bzw. Auswinterung  in gewohnter Umgebung ist somit möglich.

Beleuchtung im Frühbeet:

Da sich die Übergangszeiten (Frühling und Herbst) in unseren Breitengraden bekanntlich arg in die Länge ziehen können,
bzw. unsere Sommer weit nicht so stabil sind wie die in den Herkunftsgebieten der Schildkröten,
 ist es notwendig, auch tagsüber zusätzlich für Licht und Wärme zu sorgen.
 Anders wie nachts, bringen Schildkröten tagsüber Helligkeit in direkte Verbindung mit Wärme.
Als Wärmelampe können tagsüber Spotstrahler oder Halogenlampen zum Einsatz gebracht werden,
Dunkelstrahler eignet sich dazu also nicht. Es muss allerdings auch nicht immer sofort zusätzlich beleuchtet werden,
es können ebenfalls in der Natur Schlechtwetterphasen vorkommen.

AusrufezeichenJeder Halter von Schildkröten ist täglich dazu aufgefordert seine Haltung zu prüfen und ggf. an die natürlichen
Gegebenheiten der Tiere anzupassen
Ausrufezeichen


An Regentagen bzw. an mehreren Schlechtwettertagen in Folge sowie in den Übergangszeiten, kann/soll zusätzlich für Wärme gesorgt werden.
Unter den Wärmestrahlern soll es punktuell auf Höhe der Schildkröte min. 40-50C° warm sein, dies
braucht eine Schildkröte, sonst kommt Ihr Stoffwechsel nicht richtig in Schwung !
 Schildkröten müssen aber auf alle Fälle auch die Möglichkeit haben, sich in einen anderen (kühleren Bereich) rückziehen zu können.
 Bitte verwenden sie keine Heizmatten im Bodengrund und keine Heizsteine! Diese Art Heizung fördert das Dickwachstum der
Panzerunterseite (Plastron).

Die Ernährung:

Schildkröten werden am Besten mit Wildkräutern/Unkräuter ernährt, z.B. Löwenzahn, Giersch, Nachtkerzenblätter und Blüten,
 Topinambur, Blätter von Himbeere, Breitwegerich, Spitzwegerich uvm.eignen sich sehr gut. In den heißen Sommermonaten,
 sollte vermehrt Kräuterheu (vertrocknete Unkräuter) verfüttert werden, in der Natur finden die Schildkröten zu diesem Zeitpunkt
auch nicht mehr so viel frische Nahrung. Bitte verwenden Sie keine Schildkrötenpellets, diese Produkte haben zuviel Eiweiß, Fett
und weitere Bestandteile, die für Schildkröten absolut schädlich sind !
Die einzigen Pellets die man wirklich ohne Bedenken verwenden kann, bestehen aus getrockneten, gepreßte Kräutern,
erhältlich unter www.Agrobs.de.

Mehr zum Thema Ernährung finden sie hier Ernährung von Landschildkröten
                                                    

Kalkversorgung:
Bei der Fütterung sollte auf ein gutes Kalzium-Phosphor-Verhältnis geachtet werden, der
Kalziumanteil sollte wenn möglich überwiegen. Schildkröten sollte allerdings zusätzlich jeden Tag ein Kalkpräperat frei zur Verfügung
gestellt werden. Geeignet hierfür z. B., die Eierschale von gekochten Eiern (wegen Salmonellen unbedingt abkochen) oder
Sepiaschale. Bitte wegen der Gefahr an Überdosierung das Kalkpräperats nicht über das Futter geben, die
Schildkröten bedienen sich in den meisten Fällen selbst, wenn Bedarf besteht daran.
Wir legen an 1-2 Stellen im Gehege meist Sepia und Eierschalen gleichzeitig aus, Sepia wird teilweise in kleinere Stücke zerschlagen.

Für Jungtiere kann z.B. auch die Sepiaschlae kleiner gemacht werden, wirklich notwendig ist dies aber nicht.
SepiaKalzium

Feuchtigkeit / Wasserversorgung:

 Schildkröten sollte immer eine feuchte Stelle im Frühbeet zum Schlafen (vergraben)
angeboten werden. Vor allem bei Schlüpflingen ist eine eher feuchte, aber nicht zu nasse Haltung zu empfehlen.
In Kombination mit der richtigen Ernährung und der teils feuchten Haltung wachsen die Tiere ohne Höcker und
weiteren Schäden auf. Obwohl Schildkröten nicht täglich trinken, sollte ihnen aber jeden Tag frisches Wasser in
z.B. niedrigen Blumentopfuntersetzer angeboten werden, gerne baden die Tiere auch in diesen Behältern!

Wasserversorgung


AusrufezeichenViele jungeSchildkröten, meist aus Terrarienhaltung sterben oft an Dehydration (Austrocknung) Ausrufezeichen
oder erleiden schwere irreparable Körper- bzw. Organschäden!

InfoAber auch bakterienverschmutztes Wasser ist einen häufige Ursache für kranke Schildkröten.Info
 Wasserschalen müssen täglich gereinigt, frisch befüllt  und bei Bedarf desinfiziert werden. Die Vermehrung von 
von Bakterien steigt sehr schnell an und wird immer wieder leicht unterschätzt.

Wärme und Beleuchtung:
 
Da Schildkröten zu den wechselwarmen Tieren zählen, muß ihnen je nach Haltungsform bzw. Wetter täglich Wärme zu Verfügung gestellt werden. Ohne Wärme kann sich eine Schildkröte nicht auf Stoffwechseltemperatur bringen, dadurch sind Körperfunktionen wie z.B. die Verdauung nur eingeschränkt möglich, die Tiere sind träge und inaktiv. Benötigt eine Schildkröte zusätzliche Wärme, so kann man ihr diese sehr gut mit Spotstrahlern oder Halogenlampen zur Verfügung stellen. Je nach Größe und Menge der Schildkröten ist eine solche Lampe ebenfalls größer oder kleiner zu wählen. Meist ist aber eine Lampe zwischen 60 W und ca. 150 W ausreichend. Nun muß die Lampe nur noch so angebracht sein, dass auf Höhe der Schildkröte eine Temperatur von 45-50 C° herrscht. Sollten Schildkröten übergangsweise in Terrarien gehalten werden müssen, muß natürlich zusätzlich an die UV Versorgung gedacht werden. Dazu sind so manche Lampen im Handel erhältlich, doch leider versprechen viel Lampen mehr als sie in Wirklichkeit halten können. Zwei UV Lampen können aber getrost für die Terraristik weiterempfohlen werden, eine davon wäre die Ultra Vitalux, diese Lampe wird täglich maximal nach Gewöhnung der Tiere ca. 15 min. angewendet. Eine andere Lampe wäre die Powersun, die Lampe hat ca. die Hälfte an Leistung und kann ganztägig eingesetzt werden, hat evtl. den Vorteil, dass man auf eine weitere Wärmelampe verzichten kann. Für Terrarienaufenthalte ist es außerdem notwendig den Tieren eine helle Grundbeleuchtung zur Verfügung zu stellen, dies kann mit sogenanten HQI oder HQL Lampen erreicht werden. Leuchtstoffröhren sind für diesen Zweck ungeeignet. Die Dauer der Beleuchtung würde ich in so einem Fall der Haltung, wieder an der Natur festmachen, Schlechtwettertage gehören ebenfalls mit dazu.

Wichtiges für den Erwerb und vor dem Erwerb von Schildkröten !
 
Grundsätzlich gilt wie bei allen anderen Tieren auch, vor dem Kauf einer Schildkröte sollte man sich genau über die Haltungsvorraussetzungen informiert haben !
 
Die meisten Schildkröten unterliegen dem Washingtoner  Artenschutzabkommen bzw. der EU-Artenschutzverordnung Nr. 338/97 und Verordnung (EG) Nr. 1808/2001 über den Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels.
 
Anmeldung:
 
Mit den beim Kauf erhaltenen Papieren müssen Schildkröten beim zuständigen Amt, meist die Unterenaturschutzbehörde angemeldet werden. Adressen von Ämtern in ganz Deutschland findet Ihr z.B. hier www.testudo-Forum.de


Schildkröten sollte man am Besten in ihrer Aktivitätszeit, also nach Beendigung der Winterruhe (Ende März bis ca. Ende August) erwerben. Außerhalb dieser Zeiten wird es z.B. für jeden Anfänger sehr schwierig einzuschätzen, ob das erworbene Tier gesund ist oder nicht.
 
Ein Beispiel:
 
Die Aktivität der Tiere ist aufgrund der späten Jahreszeit (Herbst) schon stark eingeschränkt, dieses Verhalten kann z.B. falsch ausgelegt werden der Halter ist unnötig verunsichert.
 
InfoMan sollte generell auf einen Schildkrötenkauf außerhalb der genannten Aktivtätszeit verzichten, die Tiere benötigen dringend die für sie wichtige Winterruhe und auch die Zeit davor, um sich darauf vorbereiten zu können.  Info 
  
Mehr hierzu finden Ihr hier

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  Wie geht es weiter ?
 
Egal ob die Schildkröte nun erstmal alleine bleibt oder in eine bestehende Gruppe integriert werden soll, sollte sie eingangs auf alle Fälle von einem erfahrenen Tierarzt  untersucht werden.
Oft haben Schildkröten Parasiten, Würmer oder Einzeller. Mit einer mikroskopischen Kotuntersuchung durch einen sachkundigen Tierarzt oder einem spezialisierten Labor exomed können solche Parasiten schnell erkannt werden und durch die genaue Medikamentengabe gut behandelt werden.
 
Ist geplant, die Schildkröte in eine bestehende Gruppe zu integrieren,  so können wir nur raten, dass Tier erstmal in Quarantäne zu halten. Die Quarantänezeit ist notwendig um weitere Untersuchungen bezüglich ansteckender Krankheiten wie z.B. Herpes durchführen zu lassen. Durch die Quarantäne wird die Gefahr einer evtl. Ansteckung andere Tiere minimiert.
 
Unsere Schildkröten sind alle mindestens zweimal auf Hepesantikörper getestet und (3 x auf Holz geklopft) alle negativ. Beim Aufbau unserer kleinen Gruppe, konnten wir durch die strikten Einhaltung der beschriebenen Quarantäne zweimal erfolgreich die Ansteckung durch neue Schildkröten mit dem Herpesvirus verhindern. Dieses Beispiel soll nochmal die Gefahr deutlich machen.  

Gruppen oder Einzelhaltung, ein sehr kontrovers diskutiertes Thema.
 
Wie viele andere Schildkrötenhalter auch, bin ich der Überzeugung, dass Schildkröten keine Tiere sind, die rein als Einzeltiere gehalten werden sollten. Richtig ist aber auch, dass nicht jede Gruppenhaltung funktioniert oder funktionieren kann. Für eine evtl. funktionierende Gruppenhaltung sind  mehrere Faktoren notwendig.  Einige dieser Faktoren sind aus meiner Sicht  Freilandhaltung, das Platzangebot im allgemeinen, die Struktur der Gehege, das Geschlechterverhältnis sowie natürlich die Geschlechtsreife. Weiter kann für das Gelingen der Gruppenhaltung die Zusammenstellung der Tiere verantwortlich sein. Nicht alle Tiere passen zusammen! Man sollte auf alle Fälle sehr darauf achten, dass Schildkröten nicht nur optisch zusammen passen, sondern im Normalfall sollten die Tiere auch der gleichen Art/Unterart abstammen. Bei älteren Schildkröten, die noch nie mit anderen Schildkröten vergesellschaftet waren, ist Vorsicht geboten. Schildkröten die aus langjähriger Einzelhaft stammen, können meist nur sehr schwer wieder in Gruppen integriert  werden.

Bei der Gruppenhaltung sollte dringen auf das Geschlechterverhältnis geachtet werden, dies ist im besten Fall 1/3, das heißt auf 1 Männchen sollen mind. 3 Weibchen kommen. Grund hierfür ist die Paarungsaktivität der Männer, bei mehreren Weibchen geht man davon aus, das sich diese dann auf die Weibchen verteilt.
 
Auf alle Fälle muß immer ausreichend Platz vorhanden sein. Genügend Platz heißt aber auch dass, sollte man sich für die Gruppenhaltung entschieden haben, die Tiere evtl. zeitweise oder sogar dauerhaft in verschiedenen Gehegen getrennt werden müssen.

Sonstige Pflege:
InfoBitte verwenden Sie keine Öle etc. für die Panzerpflege Info Solche Mittel verstopfen die Poren,
es können schwere Panzernekrosen etc. entstehen. Pflanzen Sie statt dessen mediterane Pflanzen wie z.B. Lavendel in Ihr Gehege, diese Büsche pflegen 
den Schildkrötenpanzer und zugleich ist es ein super Schattenspender und wird von den Schildkröten sehr gerne
angenommen.

Winterruhe:

 Egal was Ihr Zoohändler oder Ihr Züchter gesagt hat, in der Natur macht der Winter vor keiner
Schildkröte, auch nicht vor einem Schlüpfling Halt! Die Winterruhe ist für Schildkröten und ihr Immunsystem sehr wichtig, sie ist ein
Teil des biologisch festgelegten Lebensrythmus! Die gilt also auch schon für Tiere ab dem ersten Lebensjahr.
Zur durchführung der Winterruhe findet Ihr hier noch etwas mehr.
InfoAchtung, es dürfen nur gesunde Tiere eingewintert werden, es ist also vor der Winterruhe eine Untersuchung auf Parasiten etc.
durch ihren Tierarzt notwendigInfo

Zum Thema Erkrankungen:
 
Erkrankungen bei Schildkröten kann es viele geben, einige davon sind meist Hausgemacht und rühren oft von falscher Haltung. Zu der wahrscheinlichst häufigsten Art der Schildkrötenerkrankungen will ich aber gerne noch etwas anbringen.
 

Immer wieder zeigt sich das gleiche Bild, durch falsche Haltung, wie z.B. dauerhafte Terrarienaufenthalte, Kalk- und UV Mangel, zu gut gemeinter oder sogar grundsätzlich falsche Ernährung,  zu warmer oder zu kalter Haltung, keine Winterruhe usw. kommt es zwangsläufig zu Erkrankungen. Die meisten Anzeichen hierfür sind, höckeriges Panzerwachstum bishin zu schlimmen Deformationen, helles wachsartiges Aussehen, Lähmung der Hinterbeine, Leber- und Nierenprobleme, weicher Panzer, Wassereinlagerungen, Schwellungen, Übergewicht etc. Solche Schildkröten die durch falsche Haltung und Ernährung, zu schnell gewachsen sind, werden als Dampfaufzuchten bezeichnet. Sie haben meist Probleme mit Knochenbau und inneren Organen wie z.B. den Nieren (Gicht) und der Leber. Eine Vorstellung bei einem Schildkrötenerfahrenen Tierarzt ist in einem solchen Fall dringend notwendig, Blut- bzw. Urinuntersuchung zur Bestimmung der Nierenwerte/Leberwerte sind notwendig. 

Jeder Halter von Schildkröten ist täglich dazu aufgefordert seine Haltung zu prüfen und ggf. an die natürlichen
Gegebenheiten der Tiere anzupassen
 
Sollte Ihre Schildkröte erste Anzeichen für eine Erkrankung zeigen, wie z.B. Schnupfen, Apathie, Verdickungen, Rötungen etc. scheuen Sie bitte keine Kosten und Mühen und stellen Ihre Schildkröte sofort einem erfahrenen Tierarzt vor, Ihre Schildkröte wird es Ihnen danken. 


Ärztliche Versorgung:
 
Das wichtigste für einen Tierarztbesuch ist, dass sich der behandelde Arzt auch mit Reptilien bzw. mit Schildkröten auskennt.
Es wird immer wieder berichtet, das Schildkröten falsch behandelt werden, ungeeignete Medikamenten verabreicht bekommen
die teilweise aus Mangel an Information sogar falsch oder überdosiert gegeben werden.

Grundsatz:

  • Stellen Sie fest (fragen Sie nach), ob Ihr TA Erfahrung in der Behandlung von Schildkröten hat.
  • Bevor Ihrem Tier Medikamente gegeben werden, muß eine umfangreiche Untersuchung erfolgen. 
  • Nach erfolgter Untersuchung, Prüfung der Haltungsbedingungen, sollte der TA eine Diagnose stellen können.
  • Kann der Grund für die Erkrankung noch nicht 100% bestimmt werden, müssen weiterführende Untersuchungen wie z.B. Röntgen etc.              eingeleitet werden. 
  • Nach erfolgter Untersuchung und Diagnose, folgt die Behandlung. 

Info

Um die Funktion innerer Organe zu testen, oder Viruserkrankungen feststellen zu können, müssen Blutwerte bestimmt werden.
 Blutabnahme bei Schildkröten ist erfahrungsgemäß keine einfache Sache, dies sollten wirklich nur durch Schildkrötenerfahrene TA, z.B. aus der Schwanzwurzel erfolgen..
Müssen Schildkröten, z.B. nach einer Sepsis etc. mit Antibiotika behandelt werden, sollte vorher ein Untersuchung gemacht
und festgestellt werden, welches Medikament wirksam zum Einsatz gebracht werden kann.
Antibiotika wird bei Schildkröten ebenfalls wie beim Menschen über längeren Zeitraum gegeben.

Info
Müssen Schildkröten Medikamente gespritzt werden, so hat dies nicht in die Hinterbeine zu erfolgen.

Schildkröten können z.B. am Vorderbein, direkt am Ansatz zum Plastron, in Richtung des gegenüberliegenden
Hinterbeins gespritzt werden.
Schildkröten müssen bei medikamtöser Behandlung stehts warm gehalten werden.
Sind Sie vorsichtig im Bezug auf Vitaminspritzen, oft wird dannach von Vitamin A Vergiftung gesprochen. 

Info

Transport:

Der Transport kann in z.B. in einer Papkartonschachtel etc. mit Deckel erfolgen.
Für eine Untersuchung sollte eine Schildkröten immer auf Stoffwechseltemp. sein, von daher bietet es sich an,
Wärmflaschen etc. in die Transportschachtel zu geben.
Achtung, wegen Verbrennung die Wärmflaschen vorsorglich in ein Tuch etc.einwickeln.
Als Unterlage in der Box kann Küchenpapier etc. sehr gut verwendet werden,
Sie müssen bedenken, das die Schildkröten evtl. wärend des Transport aus Angst
Kot und Urin abläst.
Heu, Stroh etc. finde ich nicht geeignet.


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Wem das Thema Schildkrötenerkrankungen mehr interessiert, kann sich unter Bücher über weiterführende Litaratur informieren.  


 
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